Die Freiwillige Feuerwehr Northeim „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“

Es gibt viele Menschen, die sich keine Gedanken darüber machen, wie eine Feuerwehr funktioniert und was Mitbürger in Kauf nehmen, die dort Tag und Nacht für Einsätze bereitstehen. Die Hauptsache ist, die Feuerwehr kommt, wenn der Notruf gewählt wird. Wie die meisten Kommunen, so verdankt auch die Feuerwehr Northeim ihre Einsatzstärke freiwilligen Männer und Frauen. Aus diesem Grund statteten wir der Schwerpunktfeuerwehr Northeim letzte Woche donnerstags um 18 Uhr einen Besuch ab.
Dort angekommen wurde uns zunächst die Ausrüstung und Organisation der Freiwilligen Feuerwehr Northeim nähergebracht. Anschließend durften wir den Ausbildungsdienst hautnah miterleben. Nach einem kurzen Antreten wurden wir der Zweiten Löschgruppe zugewiesen. Mit der Drehleiter und dem sogenannten „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug“ – kurz: HLF – fuhren wird bei beginnender Dämmerung zur Northeimer Seenplatte, um dort die Tauchgruppe der Umweltfeuerwehr Northeim bei ihren Tauchgängen zu unterstützen. Die Tauchgruppe als „Spezialeinheit“ besteht ebenfalls nur aus Freiwilligen – in dieser Form etwas Besonderes.
Im Anschluss an die Nachbereitung der eingesetzten Fahrzeuge ließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Essen im Feuerwehrhaus ausklingen. Dabei kamen wir vertieft ins Gespräch und diskutierten gemeinsam über die Bedeutung des Ehrenamts für die Feuerwehren im Allgemeinen sowie spezifisch für die Wehr in Northeim. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Feuerwehr wurde dabei als außerordentlich positiv bewertet. Insbesondere die Neuanschaffung von Fahrzeugen und Gerät gestalte sich sehr gut und unkompliziert, so der Grundtenor. Die größte Sorge bereite jedoch die Nachwuchsgewinnung. Diese leisten die Freiwilligen zusätzlich zum eigentlichen Kerngeschäft: Brandschutz. Die Mitgliederzahlen könnten aktuell zwar konstant gehalten werden, allerdings nur durch massive Eigeninitiative. Die Sorge, dass die angeschafften Geräte und Fahrzeuge zwar vor Ort sind, jedoch am Ende nicht bedient werden, ist daher nicht unbegründet. Und die Feuerwehr ist durchaus gefordert: Im Schnitt rückt die Stadtfeuerwehr einmal täglich zu kleineren und größeren Einsätzen aus.

Das ist nicht nur belastend für die Freiwilligen selbst. Auch die Familie oder der Partner muss Einschränkungen in Kauf nehmen: „Die Frau muss da auch mitmachen, wenn der Alarm losgeht und ich sie mit Kind beim Einkaufen stehen lasse und dann auch noch das Auto mitnehme.“, sagt uns ein Feuerwehrmann.
Die Eindrücke, die wir während unseres Besuchs sammeln konnten, verdeutlichten uns erneut, dass dieses Ehrenamt nicht selbstverständlich ist und wir uns glücklich schätzen können, dass die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Northeim zur Stelle sind, wenn der Notruf gewählt wird. Danke für diesen Einsatz!
Damit das so bleibt: Interessierte sind jederzeit gerne gesehen. Von Februar bis November treffen sich die Freiwilligen jeden Donnerstag von 19:00 bis 21:00 Uhr, um gemeinsam zu üben. Vorbeischauen lohnt sich!

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